Das Bündnis Lebensraumvernetzung ist eine bundesweite Plattform aus Initiativen, Verbänden, Stiftungen, Kommunen, Fachleuten und anderen Akteur*innen mit dem Ziel, die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung von Lebensraumkorridoren für Tiere, Pflanzen und Menschen zu fördern und als zentralen Belang für die Erhaltung und Entwicklung artenreicher, anpassungsfähiger und lebenswerter Landschaften zu stärken. Die räumliche Kulisse erstreckt sich auf den besiedelten wie unbesiedelten Raum und umfasst sowohl Lebensräume der Natur- und Kulturlandschaften als auch siedlungstypische Grünräume sowie alle bereits vorhandenen oder als solche entwickelbaren Verbindungsstrukturen zwischen diesen Räumen – unabhängig vom Schutzstatus oder dem Vorkommen schutzwürdiger Arten.
Foto: Grünzüge Für Berlin
Ziele des Bündnisses sind:
• Den Austausch von Akteur*innen zur Wiedervernetzung zu fördern und das dabei zusammenkommende Know-How zu bündeln;
• Das erhebliche Vollzugsdefizit bei der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung zusammenhängender Lebensräume in der Naturschutz-, Raum-, Verkehrs- und Städtebauplanung abzubauen;
• Ökologische Forschung zu Folgen der Zerschneidung zur Verfügung zu stellen, so dass sie in laufende Verfahren und in die Gesetzgebung einfließen können;
• Die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz vor Zerschneidung von Naturräumen und Landschaft der Wiederherstellung von Vernetzung zu verfolgen, über diese zu informieren und Vorschläge zu erarbeiten;
• Exklusive Haushaltstitel und Fördertöpfe für Wiedervernetzung und die Aufrechterhaltung von Vernetzung wie z.B. für das Bundesprogramm Wiedervernetzung einzufordern.
Das Bündnis triff sich jeden 4. Dienstag im Monat von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr virtuell und kommuniziert über einen Gemeinschaftsverteiler.
Wenn Sie sich dem Bündnis anschließen wollen, melden Sie sich gerne per Email an kontakt-lebensraumvernetzung[at]gruenzuege-fuer-berlin.de
Quellen zur ökologischen Vernetzung:
1) Grün-Feucht-Kühl-Index, veröffentlicht im Juli 2026 durch das Econics Institute (Prof. Pierre Ibisch, HNEE), in Kooperation mit dem NABU: https://econics.institute/projekt/gruen-feucht-kuehl-index/
Siehe dort download zum Bericht, dort Seite 28: „Fragmentierung minimieren und rückgängig machen, Verbundsituation stärken: Dass Zerschneidung der Landschaft wichtige ökologische Korridore zerstört, die für Bewegungen von Organismen im Raum sowie den genetischen Austausch von Populationen im Klimawandel überlebenswichtig sind, ist gut belegt und bekannt. Unsere Daten zeigen jedoch, dass die ökologische Verbundsituation als maßgeblicher Faktor auch Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Landschaftsökosysteme nimmt. …“
2) Marco Fritz, Grüne Infrastruktur in Europa – ein integrativer Ansatz in: Natur und Landschaft 2013 (Heft 12), 497: „… Die Verringerung bis hin zum Verlust der Struktur- und Artenvielfalt verbunden mit einer hohen Zerschneidungsdichte kann .. bedeuten, dass sich [das] Potenzial für Grüne Infrastruktur nicht mehr ausschöpfen lässt, beispielsweise können Klimaregulierung, Wasserspeicherung und -reinigung oder Erosionsschutz nur noch reduziert oder ungenügend bereitgestellt werden. …“

